Achtsamer Umgang mit Social Media? Gescheitert!

Ein achtsamer Umgang mit Social Media liegt mir schon sehr lange am Herzen. Erst vor wenigen Tagen habe ich ein vier Jahre altes Dokument von mir gefunden. Darin stelle ich sehr ehrlich dar, inwiefern mich die sozialen Medien und das Smartphone beeinflussen. Einen Auszug davon möchte ich hier mit Dir teilen und ich bin gespannt, ob Du Dich an der ein oder anderen Stelle wiederfindest.

Neulich fragte mich eine Freundin, was genau ich noch minimalistischer gestalten möchte. Die Wohnung sei ja quasi schon leer gefegt. Ich erzählte ihr daraufhin beispielhaft von meiner Zeit am Smartphone und auf Social Media. Ich beschrieb, wie viel Zeit ich dadurch verliere, was ich meinem Sohn im Umgang mit digitalen Medien vorleben möchte und wie ich versuche, mehr Offlinezeit in meinen Alltag zu etablieren. Hinterher dachte ich, dass dafür vielleicht der Begriff Slow Living oder Slow Parenting passend sei. Wording Pipapo: Ich möchte meinen Alltag aufräumen und einfacher gestalten, um mehr Ressourcen für die Gegenwart zu habenUnd dazu gehört auch ein Umdenken in Bezug auf meine Online-Gewohnheiten. Ein alter Tagebucheintrag von mir bringt die Notwendigkeit darüber wunderbar auf den Punkt. Ließ selbst:

Wie mich Social Media beeinflusst

Ein Auszug aus meinem Tagebuch:

(…) Ich liege auf dem Sofa und halte das Smartphone dicht vor den Augen. Eigentlich wollte ich mich nur kurz von meinen unangenehmen Bauchschmerzen ablenken. Aber jetzt scrolle ich schon seit knapp zwei Stunden durch Facebook und Instagram. Obwohl ich keinen Account bei Instagram habe (Anmerkung: damals hatte ich keinen, heute schon), halte ich mich überdurchschnittlich oft hier auf. Ohne Account ist das nur eingeschränkt möglich, aber ich möchte kein eigenes Profil. 
Ich will nichts von mir selbst zeigen. Ich will aber alles von den anderes sehen. Auf einem Instagram-Profil erkenne ich zufällig ein Pärchen, das ich schon seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen habe. Mein Herzschlag wird kurzzeitig schneller: Wie verrückt ist das denn? Die beiden sind glücklicherweise verlinkt und haben ein öffentliches Profil. Ich kann also mit dem „Recherchieren“ fröhlich fortfahren. Ich sauge alle Informationen auf, die ich bekommen kann – doch kurz bevor ich mir ein allumfängliches Bild von ihrem Leben machen kann, geht der Bildschirm meines Smartphones aus. Akku leer. Genervt und irgendwie gehetzt krame ich mein MacBook hervor und bin nur Sekunden später wieder auf demselben Account vertieft. Die beiden stecken mich mit ihrer zurückliegenden Weltreise an. 

Gedanklich plane ich bereits eine mögliche Route, als ich auf einem anderen Profil lande, das mich in eine ganz neue Denkrichtung bringt. Hier war ich schon sehr lang nicht mehr, deshalb versuche ich möglichst schnell zu erfassen, was ich verpasst habe. Die Person ist umgezogen und hat – nach den Fotos zu urteilen – neue Freundschaften geschlossen. Ein paar Klicks weiter lande ich auf dem Profil der neuen Freundinnen. Diese junge Frau hat nicht nur schöne Kinder, sondern auch ein sehr schönes Haus. Ein Backsteinhaus! Traumhaft! 

Ohne einen Bezug zu dieser fremden Person zu haben, möchte ich sofort alles von ihr wissen und komme aus dem Scrollen nicht mehr raus.

Wieder filtere ich Informationen, um abschließend hoch motiviert mir ein Moodboard für mein zukünftiges Eigenheim zu erstellen. An meinen Weltreiseplan von letzter Stunde denke ich nicht mehr

Erst der lang hinausgezögerte Toilettengang befreit mich aus meiner Situation, in der ich mich irgendwie gefangen fühle. Ich nehme die Unterbrechung zum Anlass, mir eine Wärmflasche für meine Bauchschmerzen zu machen. Das wollte ich schon längst tun. Als ich den warmen Beutel auf meinen Bauch lege, werfe ich meinen Blick nicht mehr auf den Bildschirm, sondern raus aus dem Fenster. Gerade zeigt sich die Wintersonne zwischen den Wolken und ein paar sanfte Strahlen fallen durch das Fenster auf mein Gesicht. Ich lasse den Blick durch das Wohnzimmer schweifen und mir ist schnell klar, dass weder eine monatelange Reise noch ein Eigenheim gerade Raum sowie Zeit in meinem Leben haben – und eigentlich auch gar nicht notwendig sind. 
Denn irgendwie ist mein Leben hier gerade ziemlich schön. Sehr schön sogar. Doch das, was ich in den letzten Stunden getan habe, hat mich kurzzeitig daran zweifeln lassen. Grundlos! (…)

Deshalb wünsche ich mir weniger Bildschirmzeit

Als ich diese Zeilen neulich das erste Mal nach langer Zeit wieder gelesen habe, hat es mich traurig gemacht. Ist es nicht verrückt, dass ich meinem Körper und meiner Gesundheit weniger Aufmerksamkeit schenke als Menschen, deren Namen ich nicht mal kenne?!

Deshalb nehme ich mir vor, den Blick weniger aufs Smartphone zu werfen, sondern in eine andere Richtung. In eine Richtung, die Selbstfürsorge ermöglicht und mich nicht meine Bedürfnisse vergessen lässt. Wenn Du Tipps brauchst, wie das gelingen kann, schau gern mal auf anderen Blogs vorbei, beispielsweise hier zum Thema digitaler Minimalismus.

Ich hoffe, dass Dich mein Tagebuchauszug früher oder später auch dazu ermutigt, Deinen digitalen Konsum ehrlich zu betrachten. Und unter Umständen kannst Du jetzt mein Slow-Gedöns etwas mehr nachvollziehen 😉.

☁️ Die beste Blickrichtung ist übrigens immer die in den Himmel!

Ein Gastbeitrag von Annalena – Brezelzeit Blog.  

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